Das Wichtigste in Kürze
- Eine Umsetzung durch einen Partner bringt ein verlässliches System in Betrieb. Ein Training baut Know-how auf, das im Haus bleibt.
- Komplexe, stark vernetzte oder riskante Lösungen sprechen für eine Umsetzung, viele unterschiedliche Alltagsaufgaben für ein Training.
- Klären Sie ehrlich, wer die Lösung nach dem Rollout verantwortet und wie viel Zeit Ihr Team realistisch hat.
- Oft am praktikabelsten ist ein geplantes Hybridmodell, bei dem Ihr Team eng mit den Entwicklern zusammenarbeitet.
- Halten Sie die Entscheidung schriftlich fest und klären Sie Owner, Kennzahlen und Support, bevor die Arbeit beginnt.
Zwei Wege, KI zum Laufen zu bringen
Hat ein Unternehmen einen Use Case gefunden, der sich lohnt, folgt eine praktische Frage: Wer setzt ihn um? Grundsätzlich gibt es zwei Antworten. Ein Partner konzipiert, baut und betreibt die Lösung für Sie. Oder Sie investieren in Ihr eigenes Team, damit es die Lösung selbst bauen und pflegen kann. Artifex bietet beides an. Deshalb nehmen wir uns die Zeit, herauszufinden, welcher Weg passt, statt pauschal auf einen davon zu setzen.
Keines der beiden Modelle ist grundsätzlich besser, denn sie lösen unterschiedliche Probleme. Bei der Umsetzung geht es darum, ein verlässliches System in den produktiven Betrieb zu bringen, ohne dafür ein KI-Team einstellen zu müssen. Beim Training geht es um Know-how, das über einzelne Projekte hinaus bleibt. Welcher Weg der richtige ist, hängt von der Aufgabe ab, von den Menschen und davon, was Ihre Organisation in einem Jahr können soll.
Wann Sie besser umsetzen lassen
Eine Umsetzung durch einen Partner passt meist dann, wenn die Lösung an mehrere Systeme angebunden werden, sensible Daten verarbeiten oder bei hohem Volumen zuverlässig laufen muss. Denken Sie an einen KI-Agenten, der eingehende Lieferantendokumente liest, sie mit Ihrem ERP abgleicht und Ausnahmen an die richtige Person weiterleitet. Damit das sauber funktioniert, braucht es Integration, Sicherheitsprüfungen, Tests, Monitoring und einen Plan für den Fall, dass etwas ausfällt. Das ist Arbeit für Spezialisten, und sie erst an einem laufenden Projekt zu lernen, wird teuer. Diese Anzeichen sprechen für eine Umsetzung:
- Die Lösung greift auf Kernsysteme zu, etwa Ihr CRM, Ihr ERP oder Ihre Dokumentablage.
- Fehler haben finanzielle oder rechtliche Folgen oder treffen Ihre Kunden. Deshalb sind Tests und Audit-Trails wichtig.
- Die Lösung muss zu einem festen Termin in Betrieb sein, etwa vor der Hochsaison.
- Ihr IT-Team ist bereits ausgelastet und kann nicht noch eine neue Art von System übernehmen.
- Sie wollen einen Partner, der nach dem Rollout für Ergebnisse, Support und Weiterentwicklung geradesteht.
Der Haken: Sie werden abhängig. Baut ein Partner die Lösung, bestehen Sie auf einer klaren Dokumentation, Zugang zu Code und Konfiguration und einer vernünftigen Supportvereinbarung, damit Sie jederzeit wechseln können. Genau deshalb übergeben wir unsere KI-Agenten nach Mass und unsere Automatisierungs- und Integrationsprojekte immer mit Dokumentation.
Wann Sie besser Ihr Team schulen
Ein Training passt meist dann, wenn es viele unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten gibt, die nah am Arbeitsalltag liegen. Ein Rechtsteam, das Dokumente entwirft und prüft, ein Vertriebsteam, das Kundenrecherchen vorbereitet, oder ein Operations-Team, das Berichte schreibt: Alle drei haben Dutzende kleiner Aufgaben, bei denen KI helfen kann. Kein Partner kann für jede davon ein eigenes Tool bauen, und niemand sollte es versuchen. Diese Teams brauchen das Know-how und das Selbstvertrauen, KI eigenständig und sicher einzusetzen.
Ein Training lohnt sich auch, wenn KI fester Bestandteil Ihrer Arbeitsweise werden soll, statt eine Reihe von Projekten zu bleiben, die jemand anderes liefert. Interne KI-Champions, die sowohl die Tools als auch das Geschäft kennen, entdecken Chancen, die Aussenstehenden entgehen. Der Preis dafür ist Zeit: Ihr Team braucht Stunden abseits des Tagesgeschäfts, um zu lernen, zu üben und selbst zu bauen, und die Führung muss diese Stunden freihalten. Unsere Team-Trainings und unser längeres KI-Enablement-Programm sind genau darauf ausgelegt.
Fünf Fragen für Ihre Entscheidung
- Wie komplex ist die Lösung?Braucht sie Schnittstellen, Datenpipelines und Monitoring, spricht vieles für eine Umsetzung. Läuft sie in Tools, die Ihr Team ohnehin nutzt, reicht womöglich ein Training.
- Wie hoch ist das Risiko?Je teurer ein Fehler wäre, desto wichtiger sind von Anfang an Tests durch Fachleute, Prüfschritte und Audit-Logs.
- Wie oft muss sie angepasst werden?Ändert sich die Arbeit von Monat zu Monat, lässt sich die Lösung leichter aktuell halten, wenn Ihr eigenes Team versteht, wie sie aufgebaut ist.
- Wer verantwortet sie nach dem Rollout?Legen Sie fest, wer für den laufenden Betrieb zuständig ist, eine Person oder ein Team. Kann das intern niemand übernehmen, ist eine Umsetzung mit Support die sicherere Wahl.
- Was wollen Sie in einem Jahr selbst können?Soll Ihre Organisation KI-Themen künftig selbst erkennen und lösen, investieren Sie in Know-how, auch wenn Sie eine Umsetzung in Auftrag geben.
Der hybride Weg
Viele Unternehmen landen irgendwo dazwischen. Ein häufiges Muster: Ein Partner baut die erste, anspruchsvollere Lösung, und eine kleine interne Gruppe arbeitet eng mit den Entwicklern zusammen. Diese Gruppe nimmt an den Design-Workshops teil, prüft die Tests mit, lernt das Monitoring kennen und übernimmt mit der Zeit immer mehr Anpassungen. Beim zweiten oder dritten Projekt hat sich das Gewicht bereits zum internen Team hin verschoben.
Selten geht es darum, sich ein für alle Mal zwischen Umsetzung und Training zu entscheiden. Es geht darum, was für dieses Projekt passt und wer das nächste verantwortet.
Ein Hybridmodell funktioniert am besten, wenn die Übergabe von Anfang an eingeplant ist und nicht erst am Schluss angehängt wird. Vereinbaren Sie, welche Fähigkeiten die interne Gruppe aufbauen soll, welche Dokumente und Playbooks entstehen und wann die Verantwortung übergeht. Sonst wird aus dem Hybridmodell schleichend eine gewöhnliche Umsetzung, nur mit mehr Meetings.
So hat Ihre Entscheidung Bestand
Welches Modell Sie auch wählen: Halten Sie die Entscheidung samt Begründung schriftlich fest. Notieren Sie, wer die Lösung verantwortet, wie Sie den Erfolg an den heutigen Werten messen, wie der Support nach dem Rollout aussieht und wann Sie die Wahl überprüfen. Dieses Dokument wird wichtig, sobald Budgets verteilt werden, jemand die Rolle wechselt oder der nächste Use Case ansteht. Legen Sie ausserdem einen konkreten Termin fest, an dem Sie die Entscheidung neu prüfen. Ein Team, das zu Beginn keine Verantwortung übernehmen konnte, ist nach dem ersten Projekt vielleicht so weit. Und ein Training bringt womöglich einen Use Case zutage, der eine vollwertige Umsetzung verdient.
Sie wissen noch nicht, mit welchem Use Case Sie starten sollen? Dann beginnen Sie mit einem 30-Tage-Plan. Steht der Use Case schon fest, reicht meist ein kurzes Gespräch über Ihre Systeme und die Kapazität Ihres Teams, um zu sehen, in welche Richtung es geht.
